Was gehört zum Hausrat?

Stand: 17. August 2026 · Von Nils Harder, Entwickler von Hausschatz

“So viel habe ich doch gar nicht.” Das ist der häufigste Satz, wenn es um den eigenen Hausrat geht, und er ist fast immer falsch. Wer zum ersten Mal systematisch durch die eigene Wohnung geht, kommt meist auf einen deutlich höheren Wert als gedacht. Der Grund ist einfach: Hausrat ist nicht der Fernseher und das Sofa. Hausrat ist alles.

Die kurze Definition

Zum Hausrat gehört grundsätzlich alles, was in deiner Wohnung zum Einrichten, zum Gebrauch oder zum Verbrauch dient und nicht fest mit dem Gebäude verbunden ist. Anders gesagt: Stell dir vor, du würdest dein Haus auf den Kopf stellen und schütteln. Alles, was herausfällt, ist Hausrat. Diese Beschreibung ist eine praktische Orientierung für deine eigene Dokumentation; was im Einzelfall dazuzählt, kann sich je nach Vertrag, Mietverhältnis oder Bedingungswerk unterscheiden.

Raum für Raum: Woran die meisten denken und was oft vergessen wird

Wohnzimmer: Sofa, Regale, Fernseher, Spielkonsole, Lautsprecher. Oft vergessen: die Bücher. Ein gut gefülltes Regal steht schnell für mehrere hundert Euro, das Regal selbst ist dabei der kleinere Posten. Dazu Teppiche, Vorhänge, Bilder, Deko, Pflanzen samt Übertöpfen.

Küche: Die Einbauküche selbst kann je nach Mietvertrag oder Eigentum eine Sonderrolle spielen, ihr Inhalt zählt in jedem Fall: Töpfe, Pfannen, Geschirr, Besteck, Kleingeräte vom Wasserkocher bis zur Küchenmaschine, Vorräte. Wer nachrechnet, was ein komplett neu gekaufter Kücheninhalt kostet, ist regelmäßig überrascht.

Schlafzimmer: Bett, Matratze, Schrank. Oft vergessen: die komplette Kleidung. Rechne einmal grob nach: zehn Hosen, zwanzig Oberteile, drei Jacken, fünf Paar Schuhe. Selbst zu vorsichtigen Preisen landest du schnell im vierstelligen Bereich, wenn du alles neu kaufen müsstest. Auch Bettwäsche, Schmuck und Uhren gehören hierher.

Bad: Handtücher, Kosmetik, Föhn, elektrische Zahnbürste, Waschmaschine und Trockner, Medikamente. Einzeln unscheinbar, in Summe erstaunlich viel.

Arbeitszimmer: Computer, Monitore, Drucker, Kamera, Schreibtisch, Bürostuhl, Fachbücher. Bei vielen ist das inzwischen der wertvollste Raum der Wohnung.

Keller, Dachboden, Garage: Fahrräder, Werkzeug, Ski- und Campingausrüstung, Koffer, Saisondeko, Gartenmöbel, Grill, Rasenmäher. Kellerräume werden beim Schätzen fast immer komplett übersehen.

Balkon und Terrasse: Möbel, Pflanzkübel, Sonnenschirm, Grill.

Sonderfälle, die du kennen solltest

  • Bargeld und Wertsachen: Bargeld lässt sich praktisch nicht belegen; notiere zumindest Datum und Betrag, wenn du größere Summen zu Hause hast. Bei Schmuck und Uhren zählt jedes Papier, das du hast: Kaufbeleg, Zertifikat, Gutachten. Fotografiere zusätzlich Gravuren und Punzen; wie das am besten gelingt, steht im Artikel über das Fotografieren des Hausrats, und für die Papiere im Artikel über Belege.
  • Geliehene und geleaste Dinge: Auch Dinge, die dir nicht gehören, aber in deiner Wohnung stehen (geliehene E-Gitarre, Firmenlaptop), solltest du in deiner Übersicht kenntlich machen.
  • Fest Verbautes: Einbauschränke, Parkett oder die Badewanne zählen üblicherweise nicht zum Hausrat, sondern zum Gebäude. Die Grenze ist im Detail nicht immer scharf; für deine eigene Dokumentation ist das aber zweitrangig, erfasse im Zweifel einfach mit.

Warum sich der Überblick lohnt

Den eigenen Hausrat zu kennen zahlt sich mehrfach aus: Du kannst Anschaffungen besser planen und beim Umzug realistisch kalkulieren. Und wenn nach einem Rohrbruch jemand von dir wissen will, welches Gerät wann gekauft wurde, gelingt das aus dem Kopf vielleicht bei drei Sachen, nicht bei dreißig. Mit einer dokumentierten Übersicht liest du ab, was du sonst mühsam rekonstruieren müsstest.

Wie du diese Übersicht praktisch aufbaust, liest du in der Anleitung zur Hausrat-Inventarliste. Und wenn du direkt loslegen willst: Hausschatz erfasst deinen Hausrat Raum für Raum auf dem iPhone, mit Fotos, Belegen und dokumentierten Werten.

Häufige Fragen

Gehört die Einbauküche zum Hausrat?

Ihr Inhalt in jedem Fall: Töpfe, Geschirr, Kleingeräte, Vorräte. Die Einbauküche selbst kann je nach Miet- oder Eigentumsverhältnis eine Sonderrolle spielen. Für deine eigene Dokumentation gilt: im Zweifel einfach miterfassen.

Zählt das Fahrrad im Keller zum Hausrat?

Ja, Fahrräder gehören üblicherweise zum Hausrat, werden beim Schätzen aber fast immer vergessen. Dokumentiere neben einem Foto auch die Rahmennummer und den Kaufbeleg, damit du das Rad im Ernstfall eindeutig benennen kannst.

Gehören geliehene Dinge in meine Übersicht?

In die Übersicht ja, aber kenntlich gemacht: Dinge wie ein Firmenlaptop oder eine geliehene E-Gitarre stehen in deiner Wohnung, gehören dir aber nicht. Ein Vermerk am Eintrag verhindert später Verwechslungen.

Wie hoch ist der Wert eines durchschnittlichen Hausrats?

Pauschale Zahlen helfen wenig, weil Einrichtung, Technik und Kleidung enorm streuen. Verlässlich ist nur die eigene dokumentierte Summe. Wer zum ersten Mal systematisch durch die Wohnung geht, kommt fast immer auf einen deutlich höheren Wert als gedacht.