Rahmennummer am Fahrrad finden und festhalten

Stand: 20. August 2026 · Von Nils Harder, Entwickler von Hausschatz

Nahaufnahme des Tretlagergehäuses eines Fahrrads mit eingestanzter Rahmennummer

Die Rahmennummer ist die einzige Angabe, mit der sich ein Fahrrad eindeutig identifizieren lässt. Ohne sie ist ein gestohlenes Rad ein schwarzes Trekkingrad unter vielen, mit ihr ist es dieses eine. Sie zu finden dauert fünf Minuten, solange das Rad noch im Keller steht.

Eins vorweg, weil weiter unten Versicherungsbedingungen vorkommen: Wir verkaufen keine Versicherungen und beraten nicht dazu. Ob dein Vertrag ein draußen abgestelltes Rad deckt, steht nur dort.

Wo die Rahmennummer sitzt

Am häufigsten ist sie unten in das Tretlagergehäuse eingeschlagen, also in das Rohrstück, in dem die Kurbelachse steckt. Zum Ablesen drehst du das Rad um und stellst es auf Sattel und Lenker. Findest du dort nichts, geh diese Stellen der Reihe nach ab:

  • Tretlagergehäuse, Unterseite. Der mit Abstand häufigste Ort.
  • Sattelrohr, außen oder auf der Innenseite unterhalb der Sattelstütze.
  • Steuerrohr, vorn am Lenkkopf, je nach Hersteller oben oder unten.
  • Unterrohr oder Oberrohr, meist im vorderen oder hinteren Drittel.
  • Ausfallende oder hintere Radaufhängung, links oder rechts.

Manche Hersteller kleben zusätzlich ein Etikett mit EAN-Code ans Sitzrohr, auf dem dieselbe Nummer noch einmal steht.

Nimm eine Taschenlampe und ein feuchtes Tuch mit, die Zeichen sitzen oft unter einer Schicht Dreck. Und fotografiere die Nummer, statt sie abzuschreiben. Eine 0 und ein O sehen in gestanztem Metall gleich aus, ein Foto entscheidet diese Frage später ohne Diskussion.

Wenn die Nummer schlecht lesbar ist oder fehlt

Nicht jeder Rahmen trägt eine gut lesbare Prägung. Bei Rahmen aus Carbon ist die Nummer teilweise aufgedruckt oder aufgeklebt, weil sich Carbon nicht prägen lässt. Bei älteren Rädern ist die Prägung mitunter überlackiert oder so flach, dass sie sich kaum abliest.

Zwei einfache Tricks helfen: Ein Blatt Papier auf die Stelle legen und mit einer weichen Bleistiftmine darüberstreichen, dann zeichnet sich die Prägung ab. Oder mit der Taschenlampe flach von der Seite leuchten, statt frontal; der Schattenwurf macht die Zeichen sichtbar. Bringt beides nichts, bleiben die Unterlagen, siehe der nächste Abschnitt.

Bleibt es dabei, dass gar keine Nummer da ist, etwa bei einem E-Scooter, dann treten Marke, Modell, Farbe, Zubehör und individuelle Merkmale an ihre Stelle, dazu ein gutes Foto. Der Fahrradpass der Polizei ist ausdrücklich auch für E-Scooter ohne eigene Rahmennummer gedacht.

Die Nummer nachträglich herausfinden

Das ist die Situation, in der die meisten anfangen zu suchen: Das Rad ist weg, die Polizei fragt nach der Nummer, und am Rad nachsehen geht nicht mehr. Diese Quellen führen erfahrungsgemäß am schnellsten zum Ziel:

  • Die Kaufrechnung. Viele Händler tragen die Rahmennummer dort ein, ebenso im Übergabeprotokoll.
  • Werkstattrechnungen. Nach Inspektion oder Reparatur steht die Nummer häufig auf dem Beleg.
  • Der Händler selbst. Fachhändler führen Verkaufsakten und können die Nummer oft aus dem Kaufdatum heraussuchen.
  • Leasing- oder Dienstradvertrag. Dort ist das Rad eindeutig bezeichnet.
  • Unterlagen einer Fahrradversicherung, falls das Rad gesondert versichert ist.
  • Die Codierstelle. Ist das Rad codiert, liegen die Daten bei ADFC-Gliederung oder Polizei.
  • Eigene Fotos. Bilder vom Rad, auf denen das Tretlager oder ein Aufkleber zu sehen ist, lassen sich am Rechner vergrößern.

Das ist nicht dieselbe Arbeit wie einmal nachsehen und abfotografieren. Deshalb steht am Ende dieses Artikels der Vorschlag, es vorher zu erledigen.

Welche der Zahlen am Rahmen ist die richtige

An einem Rahmen stehen oft mehrere Zeichenfolgen: Prüfzeichen des Rohrherstellers, Gussnummern an Ausfallenden, Datumscodes an Gabel oder Kurbel, dazu Aufkleber mit Größen- und Artikelnummern. Zwei Anhaltspunkte helfen: Die Rahmennummer ist in aller Regel die längste zusammenhängende Folge aus Buchstaben und Ziffern, und sie sitzt an einer der oben genannten Stellen, am häufigsten unter dem Tretlager.

Wenn du unsicher bist, fotografiere schlicht jede Zeichenfolge, die du findest, und notiere dazu, wo sie sitzt. Polizei und Versicherer können damit arbeiten, und der Händler kann dir sagen, welche davon die Rahmennummer ist. Auf der Kaufrechnung steht sie ohnehin oft im Klartext.

Rahmennummer, Seriennummer, Codierung

Diese drei Begriffe laufen ständig durcheinander.

KennzeichnungVon wemWas sie aussagt
RahmennummerHersteller, ab Werkidentifiziert den Rahmen, nicht den Besitzer
SeriennummerHerstellermeist dasselbe wie die Rahmennummer, bei E-Bikes zusätzlich je Bauteil
CodierungADFC oder Polizei, nachträglichverweist unmittelbar auf den Eigentümer

Bei E-Bikes ist der Unterschied besonders praktisch: Motor und Akku haben eigene Seriennummern, und die sind nicht die Rahmennummer. Die Rahmennummer identifiziert das Fahrzeug, die Komponentennummer ein Bauteil, das sich tauschen lässt. Halte bei einem E-Bike beide fest. Ein wiedergefundenes Rad mit fremdem Motor ist immer noch dein Rad, und ein aufgetauchter Akku mit deiner Seriennummer ist ein Anhaltspunkt.

Die Codierung wirkt abschreckend, die Rahmennummer ist der Nachweis. Der ADFC beschreibt den Aufbau des Codes so: Er “setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen sowie der Gemeinde- und Straßenkennzahl des Wohnortes und wird ergänzt durch die Hausnummer und die Anfangsbuchstaben der Eigentümer.innen”. Die Kosten liegen laut ADFC bei etwa 15 bis 20 Euro (Stand August 2026), Mitglieder zahlen in vielen Fällen weniger; die Gliederungen setzen die Preise selbst fest, vor Ort kann es abweichen. Angeboten wird das Codieren von ADFC-Gliederungen und in mehreren Bundesländern auch von der Polizei selbst. Der Vorteil gegenüber der Rahmennummer: Die Codierung ist gut sichtbar angebracht. Wer ein Rad mitnehmen will, sieht auf den ersten Blick, dass es zugeordnet werden kann.

Der Fahrradpass, Stand heute

Hier steht in vielen Ratgebern noch etwas Veraltetes. Die Fahrradpass-App der Polizei für iPhone und Android wurde eingestellt und ist laut polizei-beratung.de nicht mehr abrufbar (Stand August 2026). Viele Ratgeber führen sie noch.

Es gibt den Fahrradpass weiterhin, aber auf Papier, als Teil des Faltblatts über das richtige Sichern von Rädern, kostenlos bei der nächstgelegenen polizeilichen Beratungsstelle. Hinein gehören neben Rahmennummer und Codierung auch Name und Anschrift sowie ein Foto des Rads.

Ein Blatt Papier hat allerdings einen Nachteil: Es liegt in der Wohnung. Ein Foto der Nummer im Telefon ist ein Anfang, besser ist ein Ort, an dem Nummer, Kaufbeleg und Foto zusammen liegen und auffindbar bleiben.

Was im Diebstahlfall gebraucht wird

Der Ablauf ist in beiden Richtungen derselbe, gegenüber der Polizei und gegenüber dem Versicherer.

Bei der Polizei erstattest du Anzeige. Mit der Rahmennummer kann das Rad in der Fahndung erfasst werden, und genau darüber läuft die spätere Zuordnung: bei einer Kontrolle, bei einer Fundsache, beim Weiterverkauf. Ohne die Nummer bleibt die Anzeige eine Beschreibung. Welche Angaben die Polizei zu einem entwendeten Gegenstand aufnimmt, zeigt der Ratgeber zur Stehlgutliste.

Beim Versicherer gilt Paragraf 30 Absatz 1 des Versicherungsvertragsgesetzes:

Der Versicherungsnehmer hat den Eintritt des Versicherungsfalles, nachdem er von ihm Kenntnis erlangt hat, dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen.

Diese Vorschrift ist nicht halbzwingend, dein Vertrag kann die Anzeige also näher ausgestalten, etwa was Frist und Form angeht. Die Pflicht, den Diebstahl außerdem bei der Polizei anzuzeigen, folgt in der Regel nicht aus dem Gesetz, sondern aus den Versicherungsbedingungen. Auch was als Eigentumsnachweis anerkannt wird, steht dort; üblich ist die Kombination aus Rahmennummer, Kaufbeleg und Foto. Welche Belege dafür taugen und wie man sie aufhebt, steht im Ratgeber zu Rechnungen und Belegen.

Verträge können den Diebstahl eines Fahrrads außerhalb der Wohnung außerdem einschränken, etwa abhängig von der Tageszeit oder davon, ob das Rad in einem abgeschlossenen Raum stand. Ob und in welcher Form das bei dir gilt, steht in deinen Bedingungen.

Private Register sind keine Polizeidatenbank

Es gibt kommerzielle Fahrradregister, bei denen man sein Rad eintragen und die Nummer eines gebrauchten Rads prüfen lassen kann. Das kann nützlich sein, hat aber eine Grenze, die selten deutlich benannt wird: Solche Dienste gleichen, soweit sie nichts anderes ausdrücklich angeben, gegen ihren eigenen Bestand ab. Zugriff auf die polizeiliche Fahndung haben private Anbieter nicht. Ein “nicht als gestohlen gemeldet” heißt dort also nur, dass niemand das Rad ausgerechnet in dieser Datenbank vermisst meldet.

Für den Gebrauchtkauf heißt das: Nummer und Kaufbeleg des Vorbesitzers verlangen, im Zweifel die Nummer bei der Polizei prüfen lassen. Ein auffällig günstiges Rad ohne jede Papierlage ist kein Schnäppchen, denn wer gestohlene Ware kauft, erwirbt daran nach Paragraf 935 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kein Eigentum.

Was du je Rad festhalten solltest

So sieht ein vollständiger Eintrag aus, hier am Beispiel eines E-Bikes:

AngabeBeispiel
Marke, ModellTrekking-E-Bike, Modell “City Tour 5”
Rahmengröße, Farbe55 cm, dunkelgrau matt
Baujahr2023
RahmennummerWBX2023114876, Foto vom Tretlager
Codiernummervorhanden, codiert 2024 beim ADFC
Motor, AkkuMotornummer und Akkunummer je als Foto
KaufbelegRechnung vom Fachhändler, abfotografiert
BesonderheitenKratzer am Unterrohr rechts, nachgerüsteter Korb

Das Fahrrad ist ein Musterfall dafür, wie leicht Dinge aus dem eigenen Überblick fallen. Es steht im Keller, im Schuppen oder am Bahnhof, also selten dort, wo man beim Aufzählen des Haushalts entlanggeht. Der Ratgeber Was gehört zum Hausrat geht diesen blinden Flecken nach.

In Hausschatz wird daraus ein Gegenstand: Bezeichnung, Seriennummer, Kaufdatum und Wert als eigene Felder, zwei Fotos (eines vom Rad, eines von der Nummer), der abfotografierte Beleg und alles Weitere wie Codiernummer, Rahmengröße oder Motornummer in der Notiz. Alles bleibt auf dem Gerät, ohne Konto und ohne Cloud. Nimm dir die fünf Minuten am Rad, bevor du sie später bei drei Stellen zusammensuchen musst.

Häufige Fragen

Wo finde ich die Rahmennummer an meinem Fahrrad?

Am häufigsten ist sie unten in das Tretlagergehäuse eingeschlagen, also dort, wo die Kurbeln sitzen. Dreh das Rad dafür um und stell es auf Sattel und Lenker. Weitere übliche Stellen sind das Sattelrohr, das Steuerrohr, das Unterrohr und die hintere Radaufhängung. Manche Hersteller bringen zusätzlich einen Aufkleber mit EAN-Code am Sitzrohr an.

Wo sitzt die Rahmennummer beim E-Bike?

An denselben Stellen wie beim Fahrrad, bei manchen Herstellern zusätzlich oberhalb des Motors auf der Antriebsseite oder unter dem Akku. Wichtig ist die Unterscheidung: Die Seriennummer von Motor oder Akku ist eine eigene Nummer und ersetzt die Rahmennummer nicht. Halte im Zweifel beide fest, sie stehen oft auch in der Betriebsanleitung.

Wie finde ich die Rahmennummer heraus, wenn das Rad gestohlen wurde?

Über die Unterlagen. Die Nummer steht häufig auf der Kaufrechnung, im Übergabeprotokoll des Händlers, auf Werkstattrechnungen nach einer Inspektion, im Dienstrad- oder Leasingvertrag und in den Unterlagen einer Fahrradversicherung. Ist das Rad codiert, ist es bei der Codierstelle erfasst. Auch der Händler kann sie oft noch aus seiner Verkaufsakte heraussuchen. Schau zusätzlich alte Fotos durch, auf denen das Tretlager zu sehen ist.

Was ist der Unterschied zwischen Rahmennummer und Codierung?

Die Rahmennummer vergibt der Hersteller im Werk, sie identifiziert den Rahmen, sagt aber nichts darüber, wem er gehört. Die Fahrradcodierung wird nachträglich angebracht und verweist unmittelbar auf den Eigentümer, weil Wohnort und Namenskürzel darin verschlüsselt sind. Anbieter sind der ADFC und in mehreren Bundesländern die Polizei, die Kosten liegen laut ADFC bei etwa 15 bis 20 Euro (Stand August 2026).

Gibt es noch eine Fahrradpass-App der Polizei?

Nein. Die polizeiliche Fahrradpass-App für iPhone und Android wurde eingestellt und ist laut polizei-beratung.de nicht mehr abrufbar (Stand August 2026). Den Fahrradpass gibt es weiterhin auf Papier, als Teil des Faltblatts über das Sichern von Rädern, kostenlos bei der nächstgelegenen polizeilichen Beratungsstelle.

Was brauche ich, wenn mein Fahrrad gestohlen wurde?

Die Rahmennummer, damit die Polizei das Rad als gestohlen erfassen kann, dazu Kaufbeleg und ein Foto als Eigentumsnachweis. Melde den Diebstahl bei der Polizei, diese Anzeige verlangen die meisten Versicherungsbedingungen ohnehin. Deinem Versicherer musst du den Fall nach Paragraf 30 des Versicherungsvertragsgesetzes unverzüglich anzeigen. Was im Einzelnen gefordert ist, steht in deinen Versicherungsbedingungen.

Kann ich prüfen, ob ein gebrauchtes Fahrrad gestohlen ist?

Nur eingeschränkt. Private Register bieten eine Online-Prüfung an, die gegen ihren eigenen Bestand abgleicht; Zugriff auf die polizeiliche Fahndungsdatei haben private Anbieter nicht. Ein negatives Ergebnis dort ist deshalb keine Entwarnung. Wer sicher gehen will, lässt die Nummer bei der Polizei prüfen und kauft nur mit Kaufbeleg des Vorbesitzers.